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Angiologie

Angiologie – Gesunde Arterien, Venen und Lymphgefäße

Angiologie - Die Lehre des des menschlichen GefäßsystemsFür die Funktion und Gesunderhaltung des menschlichen Körpers ist ein intaktes Gefäßsystem von entscheidender Bedeutung, denn es dient als Versorgungs-, Transport- und auch Abfallentsorgungssystem.

Die Angiologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin. Es handelt sich dabei um die Lehre von den Blut- und Lymphgefäßen. Im speziellen befasst sich die angiologische Medizin dabei mit der Früherkennung, der Vorsorge, der Diagnose, der Behandlung und auch der Prävention von Erkrankungen der Gefäße.

Typische Volksleiden wie Arterienerkrankungen (z. B. Arteriosklerose) und Venenleiden (z. B. Krampfadern) fallen in den Fachbereich dieses medizinischen Teilgebiets. Die Folgen von Gefäßerkrankungen wie beispielsweise Lungenembolien, Herzinfarkte und Schlaganfälle können sogar tödlich sein. Die Erkrankungen der Arterien, Venen und Lymphgefäße, mit denen sich die angiologische Medizin befasst, sind sehr vielfältig. Gerade Erkrankungen der Koronargefäße werden im Bereich der Kardiologie behandelt. Deshalb ist oft eine enge Kooperation mit anderen medizinischen Fachgebieten wie der Kardiologie oder auch Dermatologie notwendig. Eine Abgrenzung der angiologischen Medizin erfolgt allerdings zur Gefäßchirurgie, welche ein Teilgebiet der Chirurgie ist.

Die Angiologie gilt als jüngster Zweig der Inneren Medizin und wurde in Deutschland von Professor Max Ratschow begründet, welcher die weltweit erste angiologische Klinik leitete. Im Jahr 1972 entstand die DGA (Deutsche Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin), welche sich zum Ziel gesetzt hat, sich mit Forschungen, Lehre und Behandlung von Erkrankungen der Arterien, Venen und Lymphgefäße zu befassen. Im Jahr 1992 erfolgte die Anerkennung der Angiologie als Teilgebiet der Inneren Medizin. Regelmäßig tauschen sich Ärzte auf den Jahrestagungen der DGA zu wissenschaftlichen Themen rund um die Gefäßmedizin aus, um eine qualitativ hochwertige Behandlung bei Gefäßerkrankungen zu gewährleisten.

Das Gefäßsystem des Menschen – Ein kleiner Exkurszur Angiologie

Zusammen mit dem Herzen als Pump- und Verteilungsstation bilden die Transportwege in unserem Körper ein sehr komplexes System zur Versorgung aller Körperzellen und zum Abtransport von Stoffwechselendprodukten aus den Körperzellen.

Im Zusammenhang mit der Entstehung von Gefäßerkrankungen sind vor allem Arterien, Venen und Lymphgefäße von Bedeutung.

Die Arterien im Körperkreislauf

Zu den Arterien des Körperkreislaufs gehören der Aortenbogen, die Armarterien, die Bauchaorta und die Beinarterien.

Der Aortenbogen bildet den Ausgangspunkt des großen Körperkreislaufs. Das Blut gelangt von der linken Herzkammer (Ventrikel) über die Aortenklappe in die Aorta (große Körperschlagader). Hinter der Aortenklappe sind zwei kleine Arterien – die rechte und linke Herzkranzarterie – zu finden, welches das Herz mit Blut versorgen. Die Aorta selbst verläuft aufsteigend und bildet an der Stelle, wo es zur Teilung der Luftröhre kommt einen Bogen, um dann weiter abwärts zu verlaufen. Eine wichtige Stelle ist dabei der Aortenbogen, aus dem mehrere große Arterien hintereinander entspringen.

Auf beiden Seiten des verlaufen die Halsschlagadern in Richtung Kopf. Am oberen Kehlkopfrand erfolgt eine Teilung in äußere und innere Halsschlagader. Von der inneren Halsschlagader werden weite Teile des Gehirns sowie das Auge mit Blut versorgt. Die äußere Halsschlagader versorgt wider die Schilddrüse, den Kehlkopf, die Mundhöhle, die Nase und auch die Kaumuskeln.

Die Armarterien unterteilen sich in Schlüsselbein- und Achselarterie sowie Armschlagader. Die Schlüsselbeinarterien verlaufen in Richtung der Achselhöhlen seitwärts. Von ihnen zweigen zunächst die Wirbelsäulenschlagadern ab, welche entlang der Halswirbelsäule zum Gehirn verlaufen. Im Anschluss zweigen noch die Arterien für die Brustwand-, Hals- und Nackenbereichsversorgung ab. Die Schlüsselbeinarterie geht ab der Achselhöhle in die Achselarterie über. Ab dem Oberarm wird sie dann zur Armschlagader, die bis zum Ellenbogen verläuft und sich dort in die Speichen- und die Ellenschlagader aufteilt. Die Speichenschlagader verläuft in der Ellenbeuge in Richtung Hand und dient auch der Blutdruckmessung. Unterarm und Hand werden von beiden Arterien mit Blut versorgt.

Auf der linken Seite verläuft hinter dem Aortenbogen die Aorta in den Bauchraum. In den Brustraum zweigen dabei Arterien ab, deren Verlauf zwischen den Rippen ist. Man spricht deshalb von so genannten Zwischenrippenarterien. Die Aorta tritt durch eine Lücke im Zwerchfell in den Bauchraum ein und wird ab hier als Bauchaorta bezeichnet. Von ihr versorgt eine Abzweigung Milz, Leber und Magen. Von der Bauchaorta zweigt dann auch die obere Eingeweidearterie ab, welche für die Versorgung der Bauchspeicheldrüse, der unteren Teile des Zwölffingerdarms, einen Teil des Dickdarms und der freien Abschnitte des Dünndarms zuständig ist. Durch die untere Eingeweidearterie werden dann die weiteren Teile des Dickdarms sowie der Mastdarm versorgt.

Durch eine Lücke zwischen Leistenband und Schambein tritt die äußere Beckenarterie in den Oberschenkel ein, wo sie zur Oberschenkelarterie wird. Diese verläuft als Kniekehlenarterie bis in den Fuß. Nach dem Kniegelenk erfolgt eine Aufteilung in Wadenbeinschlagader sowie hintere und vordere Schienbeinschlagader. Unterschenkel und Fuß werden über weitere Abzweigungen versorgt.

Die Venen im Körperkreislauf

Das Venensystem des Körpers ist dafür zuständig, das Blut von den peripheren, herzfernen Regionen des Körpers wieder zum Herzen zurückzuführen. Der Verlauf entspricht dabei denen der Körperarterien. Jedoch gibt es wesentlich mehr Venen als Arterien. Eine Einteilung erfolgt in Arm- und Kopfvenen, Bauchvenen und Beinvenen. Weiterhin gibt es noch die so genannten Perforansvenen, welche für die Verbindung der oberflächlichen und tiefen Beinvenen sorgt.

Da der Druck in den Venen deutlich geringer als in den Arterien ist, ist auch die Wand der Venen wesentlich dünner. Der Aufbau ist ansonsten gleich. In der Rumpfwand und auch in den Beinen befinden sich allerdings Taschenklappen. Sie wirken wie ein Ventil: Wenn das Blut zum Herzen hin fließt, legen sie sich an die Gefäßwand und sorgen für einen ungehinderten Blutfluss. Sofern das Blut in den Venen allerdings „rückwärts“ zu fließen beginnt, versperren sie den Weg. Bewegung ist ein probates Mittel, um den Blutrückfluss zu unterstützen, denn die Beinmuskeln unterstützen die Tätigkeit der Venenklappen.

Die Lymphgefäße

Der menschliche Organismus wird über das Blut mit Nährstoffen versorgt. Damit dies möglich wird, müssen diese auch in alle Körperbereich gelangen. Das Gefäßsystem verzweigt sich dazu in immer feinere Blutgefäße, die kleinsten von ihnen werden als Kapillaren bezeichnet und sind hauchdünn. Die arteriellen Blutgefäße gehen im Bereich der Kapillaren in venöse Blutgefäße über, wo das nährstoffreiche Blutplasma aus dem arteriellen Schenkel der Kapillaren durch feine Membranen hindurch in die Zwischenräume der Zellen tritt. In den Blutgefäßen verbleiben lediglich die Blutkörperchen und große Eiweißkörper. Pro Tag macht das eine Flüssigkeitsmenge von etwa 20 Litern aus, von der etwa 90 Prozent in den venösen Schenkeln der Blutgefäße wieder aufgenommen wird. Die übrigen 10 Prozent bleiben in Form von Lymphe in den Zwischenräumen der Zellen.

Im ganzen Körper beginnen die Lymphkapillaren in den Zellzwischenräumen und nehmen die restlichen 10 Prozent Flüssigkeit auf. Die einzelnen, zunächst „blinden“, Lymphkapillaren vereinigen sich dann zu immer größer werdenden Lymphgefäßen, die in der Regel parallel zu den venösen Blutgefäßen verlaufen. In den Lymphknoten verlaufen die Lymphgefäße zusammen, die Lymphe wird hier von Krankheitserregern, Fremdkörpern und auch Zelltrümmern gereinigt und dann über große Bahnen weitergeführt. Die Lymphflüssigkeit wird dann wieder in die Blutbahn geleitet.

Der Aufbau der Blutgefäße

Im Prinzip weisen Venen und Arterien den gleichen Aufbau auf. Die Wand der Blutgefäße besteht aus mehreren Schichten. Sowohl Venen als auch Arterien zeichnen sich durch drei Wandschichten aus. Diese sind je nach Lokalisierung im Körper unterschiedlich ausgeprägt. So ist die Muskelschicht bei den Venen beispielsweise dünner, als bei Arterien. Dadurch können die einzelnen Blutgefäße ihren jeweiligen Aufgaben besser gerecht werden.

Der Aufbau der Blutgefäßwände sieht wie folgt aus:

1. Innerste Schicht: sie besteht aus flachen und dünnen Zellen, dem so genannten Endothel. Die Zellen liegen auf einer feinen Membran, welche aus Bindegeweben (Basalmembran) besteht. Endothelzellen und Basalmembran bilden zusammen sehr feine Strukturen.
2. Mittlere Schicht: sie besteht aus glatten Muskelzellen sowie elastischen Fasern und weist eine Dicke entsprechend der Lage und der Funktion des Blutgefäßes auf.
3. Äußerste Schicht: sie wird von einer Bindegewebsschicht gebildet, welche elastische Fasern beinhaltet. Sie sorgt für die Verbindung mit der jeweiligen Umgebung. Bei größeren Arterien sind in der äußeren Schicht auch versorgende Blutgefäße und Gefäßnerven zu finden.

Auch wenn der Aufbau der Wände bei Venen und Arterien gleich ist, so gibt es dennoch einen entscheidenden Unterschied: Bei den Venen ist die Begrenzung der einzelnen Wandschichten eher unscharf, bei Arterien können die Schichten klar voneinander abgegrenzt werden. Zusätzlich befindet sich bei Arterien zwischen der mittleren und äußeren Schicht eine elastische Membran.

Typische angiologische Krankheitsbilder

Die angiologischen Krankheitsbilder werden in Gefäßerkrankungen des zuführenden oder arteriellen Anteils am Kreislaufsystem (Arterien und Arteriolen sowie Kapillaren), Gefäßerkrankungen des abführenden Anteils am Kreislaufsystem (Venen) und Erkrankungen des Lymphsystems eingeteilt. Zudem gibt es noch so genannte Angiodysplasien (Missbildungen von Gefäßen).

Erkrankungen der Arterien

Eine Arteriosklerose ist mit etwa 90 bis 95 Prozent der Fälle die häufigste Ursache für arterielle Erkrankungen. Begleitend kommt es dabei auch oft zur Bildung von Stenosen (Engstellen) oder Verschlüssen. Typische Erkrankungen sind:

Arterielle Verschlusskrankheit (AVK) der Bein- und Beckenarterien

Vor allem in den Beinen und auch im Becken gehören Störungen der Durchblutung sowie Verschlüsse der Arterien zu den Volkskrankheiten, welche mitunter weitreichende Folgen haben. Jährlich sind schätzungsweise etwa 35.000 Patienten von einer Beinamputation aufgrund eines arteriellen Verschlusses betroffen. Mit einer frühzeitigen Behandlung können Amputationen meist vermieden werden, auch die Folgeerkrankungen wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle könnten minimiert werden.

Eine besondere Form ist der akute Verschluss einer Gliedmaßenarterie durch ein Blutgerinnsel. Dabei handelt es sich um einen absoluten Notfall, der umgehend behandelt werden muss. Für die Prognose sind die ersten sechs bis acht Stunden von entscheidender Bedeutung.

Riesenzellarteriitis

Die Riesenzellarteriitis ist eine rheumatische Erkrankung, die aufgrund einer Entzündung der Wände der Blutgefäße entsteht. Sie zählt zu den Vaskulitiden (Gefäßentzündungen) und betrifft vor allem ältere Menschen. Die Erkrankung wirkt sich sehr unterschiedlich auch, kann mitunter auch lebensbedrohlich sein.


TAO (Thrombangiitis obliterans)

Bei Thrombangiitis obliterans handelt es sich um eine verschließende Gefäßentzündung, von der vorrangig Raucher betroffen sind. Betroffen sind meist die Arterien der Extremitäten, aber auch die oberflächlichen und tiefen Venen. Es kommt zu Gefäßverschlüssen, die Gewebeschäden zur Folge haben. Meist müssen deshalb Zehen oder auch Finger amputiert werden. Die Erkrankung wird in der Regel von einer entzündlichen Reaktion im Körper begleitet.


Weitere Krankheitsbilder sind:

Selten sind auch die Arterien des Schultergürtels und der Arme von Stenosen aufgrund von Arteriosklerose betroffen.

Als Folge der Arteriosklerose kann es außerdem durch die Schwächung der Struktur der Gefäßwände zu einer Ausweitung der Blutgefäße kommen. Ab einem bestimmten Ausmaß spricht man in der Angiologie dann von einem Aneurysma (Ausbuchtung in der Gefäßwand mit potenziell lebensbedrohlichem Charakter). Erweiterungen der Becken- und Kniekehlenarterien und der Brust- und Bauchschlagader müssen aufgrund der Gefahr von Rupturen (Einreißen der Gefäßwand) und anschließender Embolie (Ablösung) von geronnenem Blut im Aneurysma besonders beobachtet werden. Das Hirnaneurysma ist eine örtliche begrenzte Erweiterung der Arterien. Dabei kommt es teils recht oft Gefäßaussackungen im Gehirn, auch wenn diese meist nicht entdeckt werden. Platzen sie jedoch, besteht akute Lebensgefahr.

Kommt es zu so genannten „funktionellen Durchblutungsstörungen“, dann ist meist eine fehlerhafte Steuerung des Gefäßsystems dafür verantwortlich. Akrozyanose, Erythromelalgie und das Raynaud-Syndrom (durch kalte Finger gekennzeichnet) sind charakteristisch für eine derartige arterielle Erkrankung.

Arteriosklerose und Diabetes als Ursachen

Neben der Arteriosklerose ist auch Diabetes eine mögliche Ursache für die Entstehung von Gefäßerkrankungen. Arteriosklerose äußert sich durch Ablagerungen in den Arterien. Die ungesunde Lebensweise trägt in der heutigen Zeit dazu bei, dass Arteriosklerose bereits im Kindesalter entstehen kann. Betroffen ist davon meist die Blutversorgung von Herz, Gehirn sowie der Gliedmaßen.

Doch auch Diabetes-Patienten tragen ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen der Gefäße in sich. Dabei ist es nicht die Zuckerkrankheit an sich, die zum Tod führen kann. Vielmehr sind es die Folgen, die der gestörte Stoffwechsel auf das Herz- und Gefäßsystem des Patienten hat. So sterben mehr als 75 Prozent der Diabeter an den Folgen eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts.

Erkrankungen der Venen

Sehr häufig treten folgende venöse Gefäßkrankheiten auf, die zum Teil schon als Volkskrankheiten gelten:

Primäres Krampfaderleiden (primäre Varikose)

Blutgefäße dehnen sich aus, wenn die Wand der Venen weich ist. Die Venenklappen können nicht mehr richtig schließen und es kommt zu einem Blutstau. Die Folge sind krumme, geschlängelte Venen – die so genannten Krampfadern. Wird die primäre Varikose nicht behandelt, schreitet die Erkrankung weiter fort und kann zu schwerwiegenden Erkrankungen führen. Zu Etwa 70 Prozent ist die Bildung von Krampfadern erblich bedingt.

Hämorrhoiden

Wenn sich in den Schwellpolstern am After Blut staut, dann bilden sich so genannte Hämorrhoiden. Es handelt sich im Prinzip um Krampfadern im Bereich des Enddarms. Zwar besteht auch hier eine erbliche Veranlagung, allerdings können Ernährungsgewohnheiten die Entstehung verhindern. Hämorrhoiden sind oft eine Begleiterscheinung während Schwangerschaften. In diesem Fall liegt aber keine Gefäßerkrankung vor, die Hämorrhoiden verschwinden nach der Geburt in der Regel von selbst.

Venenthrombose (Thrombose)

Zu den häufigsten Erkrankungen gehören so genannte Venenleiden. Die tiefe Venenthrombose (Phlebothrombose) birgt dabei eine besondere Gefahr. Es kommt hierbei zur Bildung von gefährlichen Blutgerinnseln, ein Rückfluss des Blutes zum Herzen wird dadurch behindert. Schlimmstenfalls können die Gerinnsel die Vene vollständig verschließen. Derartige Thromben führen – wenn sie sich lösen – oft zu einer Lungenembolie, welche lebensgefährlich ist. Die Venenthrombose entsteht vorrangig in den Bein- und Beckenvenen.

Chronische venöse Insuffizienz (CVI)

Sofern die Venen aufgrund diverser Venenerkrankungen bereits vorgeschädigt sind, geht ihre Fähigkeit, das Blut zum Herzen zurückzuführen, verloren. Es entsteht eine chronische Abflussstörung, wodurch sich in den Venen dauerhaft ein hoher Druck aufbaut. Der Stoffwechsel und das umgebende Gewebe können so deutlich gestört werden, Hautschäden oder gar offene Beingeschwüre sind die Folge.

Oberflächliche Venenentzündung – Thrombophlebitis

Von einer Thrombophlebitis wird in der Medizin gesprochen, wenn es zu einer oberflächlichen Entzündung der Venen kommt. Ursache für derartige Entzündungen sind in der Regel Krampfadern.

Erkrankungen der Lymphgefäße

Gefäßkrankheiten des Lymphsystems werden in der Angiologie in primäres und sekundäres Lymphödem unterteilt.

Das primäre Lymphödem hat als Ursache eine vererbte Schwäche oder Atresie (Nichtanlage) der Lymphbahnen und macht sich oft zwischen dem 15. und 20. Lebensjahr, selten auch schon ab Geburt oder erst nach dem 35. Lebensjahr bemerkbar. Bei dieser Form des Lymphödems sind die Lymphgefäße in zu geringer Menge vorhanden sowie entweder zu schmal oder aber zu weit.

Das sekundäre Lymphödem ist in der Regel Folge einer Krankheit oder auch einer Verletzung (z. B. bei Narben oder Entstehung nach Operationen mit Entfernung von Lymphknoten). Meist ist dabei auch der Abfluss der Lymphe gestört.

Ist das Lymphödem nicht mehr reversibel und stark ausgeprägt, spricht die angiologische Medizin von Elefantiasis. Zu den relativ häufig auftretenden Gefäßkrankheiten des Lymphsystems gehören auch Erysipel und Lymphangitis.

Missbildungen der Blutgefäße

Missbildungen der Arterien, Venen oder Lymphgefäße werden als so genannte Angiodyspalsien bezeichnet und kommen in einer großen Vielfalt und Komplexität vor.

Im Jahr 1988 entstand die so genannte „Hamburger Klassifikation“, nach der die einzelnen Angiodysplasien anhand ihrer anatomischen und funktionellen Veränderungen beschrieben werden. Nach dieser Klassifikation erfolgt eine Einteilung in so genannte trunkuläre (den Gefäßstamm betreffende) und extratrunkuläre Formen von Missbildungen, welche mitunter auf Fehlern aus der embryonalen Entwicklungsphase stammen.

Trunkuläre Formen der Missbildung

Extratrunkuläre Formen der Missbildung

Diagnoseverfahren in der Angiologie

Die Angiographie ist das bekannteste Verfahren, wenn es um die Diagnose von Erkrankungen der Gefäße geht. Auch die Doppler- oder Duplexsonographie kommt sehr häufig zum Einsatz.

Im Rahmen der Angiographie werden unter Verwendung von Kontrastmitteln Röntgenaufnahmen angefertigt oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt. Das verwendete Kontrastmittel reichert sich dabei in den Blutgefäßen an, wodurch sich diese besser vom umliegenden Gewebe abheben. So können Verengungen und auch Erweiterungen der jeweiligen Blutgefäße deutlich besser sichtbar gemacht werden.

Die Doppler- oder auch Duplexsonographie stellte eine spezielle Form der Untersuchung mittels Ultraschallgerät dar. Mit ihr lässt die Fließgeschwindigkeit des Blutes bestimmen, was Rückschlüsse auf Minderdurchblutungen oder auch Durchflusshindernisse zulässt.

Welches Verfahren zur Diagnose verwendet wird, ist in der Regel von der Verdachtsdiagnose abhängig. Die Untersuchung mittels Ultraschall ist oft schon ausreichend. Bei Zweifeln an den Befunden geben Röntgenuntersuchung oder auch MRT aber genauere Aufschlüsse. Spezielle Probleme können auch mit den angiologischen Untersuchungsverfahren wie Plethysmographie, Kapillarmikroskopie und Lichtreflexionsrheographie aufgedeckt werden.

Behandlungsmöglichkeiten in der Angiologie

Gefäßerkrankungen können sowohl auf konservative als auch auf interventionelle Weise therapiert werden.

Behandlung mit Medikamenten

Im Fokus steht zunächst die medikamentöse Behandlung von Gefäßkrankheiten. Im Vordergrund stehen dabei erst die möglichen ursächlichen Grunderkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder auch erhöhte Blutfettwerte, welche mit Hilfe von Medikamenten oder anderen Therapiemaßnahmen behandelt werden müssen. Ergänzend kommen aber auch Medikamente zur Förderung der Durchblutung, zur Blutverdünnung und zur Erweiterung der Blutgefäße zum Einsatz.

Konservative Behandlungsansätze

Die konservative Therapie von Erkrankungen der Gefäße beinhaltet vor allem physikalische Maßnahmen wie Kompressionstherapie, Bewegungstherapie oder manuelle Lymphdrainage.
Die Kompressionstherapie wird dabei durch die Verwendung von Binden und Strümpfen durchgeführt, welche für einen Druck auf die Blutgefäße von außen sorgen. Dadurch gehen bestehende Schwellungen zurück und Lymphödeme können sich nicht mehr ausbilden.

Operative Behandlungsmöglichkeiten

Die interventionelle Therapie – oft auch mit der invasiven oder minimal-invasiven Therapie – gleichgesetzt – zielt darauf ab, gezielte Eingriffe an den Gefäßen vorzunehmen, wodurch der Verlauf der Erkrankung positiv beeinflusst wird.

Allerdings muss hier zwischen invasiv beziehungsweise minimal-invasiv und interventionell eine Abgrenzung vorgenommen werden. Invasive Eingriffe zielen eher auf die Verletzung der körperlichen Integrität ab, während interventionelle Maßnahmen zusätzlich therapeutische Komponenten beinhalten. Deshalb kommen diese vor allem in der Kardiologie sehr oft zum Einsatz.

Kann eine Gefäßerkrankung weder medikamentös noch konservativ behandelt werden, lassen sich mit Hilfe von operativen in der Regel deutliche Verbesserungen erzielen. Engstellen in den Gefäßen werden beispielsweise durch eine Ballondilatation geweitet und mit so genannten Stents (Gefäßstützen) dauerhaft offen gehalten. Weiterhin ist es möglich, Blutgerinnsel abzusaugen und mittels Verödung die erweiterten Gefäße von Krampfadern zu verschließen, nachdem in die jeweiligen Venen ein Medikament eingespritzt wurde.

Vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung von Gefäßerkrankungen

Die Menschen werden immer älter und auch die Medizin wird immer besser. Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch auch, dass die Zahl der Patienten mit Erkrankungen der Gefäße jedes Jahr steigt. Im Rahmen der Prävention setzt hier auch die DGA einen Schwerpunkt. Sie informiert über mögliche vorbeugende Maßnahmen. Zudem hat es sich die DGA zur Aufgabe gemacht, mit Hilfe einer Kommission die Fort- und Weiterbildung des Nachwuchses - der oft aus dem medizinischen Bereich der Kardiologie kommt - zu gewährleisten, denn bislang gibt es noch viel zu wenig Angiologen.

Das können wir für Sie tun

Im Rahmen der angiologischen Untersuchung nutzen wir in unserer Praxis für Kardiologie neben der Röntgendiagnostik auch die Duplexsonographie mit Hilfe eines modernen Ultraschallgeräts. Unsere angiologische Behandlung setzt an einer ausführlichen Anamnese und klaren Ergebnissen der körperlichen Untersuchung an, um eine gute persönliche Betreuung zu gewährleisten. Präventiv beraten wir natürlich auch zu vorbeugenden Maßnahmen. Entsprechend unserem Wissensstand zu angiologischen Erkrankungen können wir unsere Patienten als Spezialist im Bereich Kardiologie und angiologische Medizin optimal versorgen. Im Rahmen unserer Fachkenntnisse aus der Kardiologie können wir so zielgerichtet mit verschiedensten Behandlungsansätzen die Folgen von Gefäßktankheiten mildern oder sogar vermeiden.

Und was können Sie selbst tun?

Um Gefäßerkrankungen vorzubeugen, können Patienten bereits mit einem gesunden Lebensstil etwas erreichen.

Eine gesunde und ballaststoffreiche Ernährung mit wenig Fett (maximal pflanzliche Fette mit ungesättigten Fettsäuren), wenig Salz, wertvollen Omega-3-Fettsäuren, fettarmen Milchprodukten und einer ausreichenden Zufuhr von Flüssigkeit in Kombination mit genug Bewegung (z. B. Ausdauersport) tragen zur Vorbeugung von angiologischen Krankheiten maßgeblich bei.

Vorbeugende Maßnahmen für arterielle Erkrankungen sind unter anderem:

Zu den vorbeugende Maßnahmen bei venösen Erkrankungen gehören beispielsweise:

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Praxis für Kardiologie und Prävention
- Thomas Gamm
Teltower Damm 15
14169 Berlin-Zehlendorf

Facharzt für Innere Medizin
Kardiologie · Rettungsmedizin

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