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Belastungs EKG

Das Belastungs-EKG – Überprüfung der Herzfunktion unter steigender Leistung

Meist treten zunächst undefinierbare Schmerzen im Brustbereich sowie Unregelmäßigkeiten beim Herzschlag auf. Einschränkungen also, die von vielen Betroffenen nicht als gefährlich wahrgenommen werden. Eine kurze Ruhepause sollte das Problem schon lösen. Doch falsch gedacht. Die genannten Symptome können auf grundlegende Erkrankungen oder Fehlfunktionen des Herzens deuten und müssen als solche möglichst ohne Zeitverzug erkannt und gegebenenfalls behandelt werden. Anderenfalls könnte es zu gravierenden gesundheitlichen Risiken durch das unzureichend schlagende Herz und die damit sinkende Durchblutung der Organe kommen. Ein Belastungs-EKG hilft indes, das Leiden in einem frühen Stadium sorgsam therapieren zu können.

Das Belastungs-EKG – was ist das eigentlich?

Als Elektrokardiografie – kurz EKG – wird ein Vorgang bezeichnet, bei dem die elektrische Aktivität der Herzmuskelfasern aufgezeichnet wird. Hierbei lassen sich verschiedene Erkrankungen erkennen, u.a. Durchblutungsstörungen des Herzmuskels (Koronare Herzkrankheit), verschiedene Herzrhythmusstörungen und  Veränderungen des Herzmuskels. Beim  Belastungs EKG (meist als Fahrradergometrie durchgeführt) wird die Belastung schrittweise(Stufenprotokoll oder Rampenbelastung) erhöht. Durch den hierbei erhöhten Sauerstoffverbrauch des Herzmuskels demaskieren sich z.B. höhergradige Einengungen(Stenosen) der Herzkranzgefäße. Ebenfalls zeigen sich bestimmte Herzrhythmusstörungen und ein evtl. inadäquater Blutdruckanstieg.

Welchen Belastungen ist der Patient ausgesetzt?

Im Regelfallbedient wird der Belastungstest auf einem Fahrradergometer durchgeführt, in seltenen Fällen auch auf dem Laufband. Die Belastung erfolgt meist in Stufen(z.B. Steigerung um 25 Watt alle 2 Minuten) mit dem Ziel, den Sauerstoffverbrauch des Herzmuskels zu steigern, da sich oft erst hierdurch das Vorliegen von Verengungen der Herzkranzgefäße (Stenosen) nachweisen lässt.
Die Belastung wird standardmäßig bei Erreichen der zuvor berechneten Zielherzfrequenz / Ausbelastunggsfrequenz beendet. Weitere Gründe für den Abbruch der Belastung sind körperliche Erschöpfung, Brustschmerzen, Luftnot, Herzrhythmusstörungen, überschießender oder fehlender Blutdruckanstieg sowie das Auftreten von eindeutigen EKG-Veränderungen mit (z.B.) Zeichen einer akuten Durchblutungsstörung des Herzmuskels.

Welche medizinischen Messungen finden statt?

Dass sich der Betroffene laufend oder radfahrend bewegt, stellt lediglich einen Teil der Analyse dar. Der Proband ist zuvor mit kleinen Sensoren auf der Haut versehen worden, die eine Aufzeichnung aller Herzströme gewährleisten. Die dabei gewonnenen Ergebnisse werden ohne Zeitverzug an einen Computer weitergeleitet und können dort von den behandelnden Ärzten überwacht werden. Gleiches gilt für die in regelmäßigen Abständen vorgenommene Blutdruckmessung. Auch durch die hierbei erhobenen Werte wird das Elektrokardiogramm um wichtige Aspekte erweitert. Durchblutungsstörungen lassen sich auf diese Weise ebenso wie Herzrhythmusstörungen oder sonstige Auffälligkeiten des Herzmuskels sofort wahrnehmen. Das Belastungs EKG leistet damit folglich einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit, zugleich aber zur Vorsorge. Denn oft werden erst bei dieser Untersuchung etwaige Fehlfunktionen erkannt und anschließend therapiert.Wann empfiehlt sich ein Belastungs-EKG?

Die Elektrokardiografie wird von vielen Haus- und Allgemeinärzten immer dann verschrieben, wenn der Patient über nicht näher definierbare Probleme oder sogar Schmerzen klagt, die im weiteren Sinne auf die Tätigkeit des Herzens zurückzuführen sind. Hierzu können jedoch auch eine über Tage anhaltende Müdigkeit, ein Mangel an Appetit, ein zu geringes Maß an Motivation für den Beruf und das Privatleben oder ein stetes Absinken der körperlichen Leistungsfähigkeit gelten. Werden bei den Voruntersuchungen keinen eindeutigen Ursachen der Leiden erkannt, so gibt ein Belastungs EKG einen genauen Aufschluss über organische Schäden – hier insbesondere des Herzens. Doch selbst im Anschluss nach bereits erfolgten Operationen am Herzen oder an dessen Herzkranzgefäßen wird die Ergometrie routinemäßig zur Überwachung der Herzfunktionen eingesetzt. Insbesondere, um die nun häufiger auftretenden Herzrhythmus- und Durchblutungsstörungen frühzeitig zu erkennen.

Wann sollte ein Belastungs-EKG nicht vorgenommen werden?

Allerdings gilt die im Rahmen der Elektrokardiografie eingesetzte Erhöhung der Leistungsgrenze auch als Risiko. Der Körper wird damit bewusst an die Grenzen seiner Fitness geführt. Die Anstrengung für das Herz steigt entsprechend drastisch an. Nicht zuletzt daher ist es wichtig, den gesamten Vorgang ausnahmslos durch geschulte Fachärzte vornehmen zu lassen. Das Belastungs EKG empfiehlt sich somit nicht in solchen Fällen, in denen der Patient über akute Schmerzen im Bereich der Brust oder konkret des Herzens klagt. Zugleich dann nicht, wenn in der jüngeren Vergangenheit bereits Erkrankungen der Schlagadern, der Herzmuskel sowie anderer Organe wie etwa der Lungen vorgelegen haben. Während der Voruntersuchung wird der Betroffene hierzu durch den behandelnden Mediziner befragt, um etwaige Risiken auszuschließen.

Wie bereiten sich Patienten auf die Ergometrie vor?

Bereits im Vorfeld einer solchen Messung der Herzfrequenz ist es somit von hoher Bedeutung, dass zwischen dem Betroffenen und seinem Arzt ein enger Kontakt besteht und etwaig vorliegende Erkrankungen bekannt sind. Die Elektrokardiografie selbst wird zudem häufig am Morgen oder im Laufe des Vormittages durchgeführt. Am besagten Tag empfiehlt es sich, zumindest eine kleine Mahlzeit einzunehmen, den Körper auf die zu erwartende Beanspruchung also ein wenig vorzubereiten. Vom Verzehr umfangreicher Speisen wird dagegen abgeraten, da ansonsten durch das Herantasten an die Leistungsgrenze nicht selten auch Übelkeit und Würgereiz einsetzen könnten. Im Untersuchungszimmer darf die übliche Straßenbekleidung getragen werden – vorteilhaft ist es allerdings, ein sportliches Outfit zu wählen, da die anstrengende Tätigkeit auch den Schweißfluss anregt.

Was wird unter der Echokardiographie verstanden?

Neben der Elektrokardiografie wird der Patient nicht selten einer Echokardiographie unterzogen. Hierbei wird das Herz ebenso wie der gesamte Brustraum mit einem Ultraschallgerät untersucht. Auch dafür gibt es die Möglichkeit, den Vorgang während einer ansteigenden Belastung durchzuführen. Insbesondere, da sich nunmehr die Pumpfunktion des Herzens ungetrübt darstellt, jede Abweichung also zu erkennen wäre. Zudem lassen sich auf diese Weise aussagekräftige Bilder des Herzens aufnehmen – Auffälligkeiten in der Größe desselben oder seiner einzelnen Bestandteile bleiben folglich nicht verborgen. Hieraus ergeben sich somit Aussagen über den Gesamtzustand des Herzmuskels sowie etwaiger Durchblutungsstörungen. Der Betroffene sollte daher immer auch daran denken, dass der behandelnde Mediziner neben dem Belastungs EKG häufiger eine Echokardiographie durchführt – der zeitliche Aufwand erhöht sich entsprechend.

Für die Gesundheit und das Wohlbefinden

Ob Elektrokardiografie oder Echokardiographie – wird der Betroffene beim Besuch seines Hausarztes mit derlei Begriffen konfrontiert, steigt nicht selten die Sorge um das eigene Wohlergehen. Gerade deshalb ist es jedoch wichtig, der Messung eine große Bedeutung einzuräumen, sie also nicht allzu lange aufzuschieben. Je eher mögliche Herzrhythmusstörungen, Unregelmäßigkeiten bei der Durchblutung und Auffälligkeiten am Herzen selbst erkannt werden, desto früher kann eine helfende – und nicht selten lebenswichtige – Therapie einsetzen. Schmerzen im Brustbereich dürfen daher nicht als vermeintlich normal angesehen werden. Empfiehlt Ihnen der Mediziner also künftig ein Belastungs EKG im Rahmen der Ergometrie, sollten Sie zum Schutz der eigenen Gesundheit keine Zeit verlieren: Kontaktieren Sie uns gerne per Telefon oder Email, damit wir uns ganz nach Ihren Bedürfnissen der Untersuchung Ihres Herzens widmen können.

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