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Bluthochdruck

Bluthochdruck - Symptome, Diagnose und Behandlung

Bluthochdruck - Messung am PatientenBei arterieller Hypertonie – besser bekannt als Bluthochdruck – handelt es sich um ein wahres Volksleiden. Das wird etwa bei einer aktuellen Studie des Robert-Koch-Instituts klar, wie die Hochdruckliga betont. Bei der Hochdruckliga handelt es sich um die Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Aufklärungsarbeit zu diesem Thema zu leisten. Denn etwa 30 Prozent aller deutschen Bürger leiden an dieser Gefäßerkrankung, die unentdeckt und unbehandelt gravierende Folgen haben kann. So ließen sich etwa 50 Prozent aller Schlaganfälle und Herzinfarkte vermeiden, wenn die Betroffenen zu hohen Blutdruck rechtzeitig erkennen und auch behandeln ließen.

Obwohl mittlerweile breitere Schichten der Bevölkerung um die Problematik eines zu hohen Blutdrucks wissen, ist die Erkrankung vielen Betroffenen nach wie vor nicht bewusst. So wissen 20 Prozent der Betroffenen nicht, dass sie unter dieser Erkrankung leiden, 28 Prozent wissen entweder nichts davon oder lassen sich nicht behandeln. Jedoch können mittlerweile 52 Prozent der Betroffenen erfolgreich therapiert werden, wie im Epidemiologischen Bulletin im Mai 2015 veröffentlicht wurde.

Was ist der Blutdruck überhaupt?

Mit dem Begriff Blutdruck wird der Druck bezeichnet, der in den Blutgefäßen des Menschen herrscht. Dieser Druck entsteht dadurch, dass bei jedem Schlag des Herzens Blut vom Herz aus direkt in die vom Herzen wegführenden Blutgefäße gepumpt wird, während Blut aus den hinführenden Gefäßen ins Herz gesaugt wird. Während dieses Vorgangs übt das Blut Druck auf die Wände der Blutgefäße aus. Je nachdem, welche Aktion das Herz gerade ausübt, wird in der Medizin zwischen zwei Blutdruck-Werten unterschieden:

Der systolische Blutdruck entsteht in jener Phase, in der sich das Herz zusammenzieht. Der Name systolischer Druck rührt daher, dass diese Phase als Systole bezeichnet wird. Vom Herzen aus gelangt das Blut dabei zuerst in die Aorta, also die Hauptschlagader. Hierbei wird eine Druckwelle erzeugt, die sich über die Wände der Blutgefäße in den Arterien fortsetzt. Das wiederum hat zur Folge, dass sich ein Gefäßdruck auch in weiter entfernten Regionen des Körpers – etwa in Armen und Beinen – messen lässt.

Der diastolische Blutdruck entsteht in der Phase der Diastole. In dieser wird der Herzmuskel gedehnt, damit sich das Herz wieder mit Blut füllen kann. Auch dabei herrscht in den Blutgefäßen Druck, dieser hat allerdings einen niedrigeren Wert als es beim systolischen Druck der Fall ist.

Ab wann spricht man von Bluthochdruck?

Die Maßeinheit für das Messen des Blutdrucks lautet mmHg. Bei gesunden Menschen beträgt der optimale Blutdruckwert des systolischen Drucks 120 bis 129 mmHg, der des diastolischen Drucks 80 bis 84 mmHg. Von einem hohen Blutdruckwert, der allerdings noch als normal gilt, spricht man, wenn die Werte des systolischen Drucks bei 130 bis 139 mmHg und des diastolischen bei 85 bis 89 mmHg liegen.

Eine arterielle Hypertonie Grad I, also leichter Bluthochdruck, liegt bei einem Wert des systolischen Drucks zwischen 140 und 159 und des diastolischen Drucks zwischen 90 und 99 mmHg. Bei einem Wert von 160 bis 179 mmHg beziehungsweise 100 bis 109 mmHg liegt eine Hypertonie Grad II, also mittelschwerer Bluthochdruck, vor. Von schwerem Blutdruck – einer Hypertonie Grad III – sprechen Mediziner, wenn der systolische Druck über 180 mmHg und der diastolische Druck über 110 mmHg beträgt. Patienten, deren systolischer Druck bei über 140 mmHg liegt, während der diastolische Druck einen Wert von unter 90 mmHg hat, leiden unter einer isolierten systolischen Hypertonie.

Was ist die Ursache für Hypertonie und welche Risikofaktoren gibt es?

Im Grunde gibt es zwei verschiedene Formen der Hypertonie: Am häufigsten tritt der Bluthochdruck als primäre Erkrankung auf, als sekundäre Erkrankung kommt das Problem hingegen eher selten vor. In diesem Fall verursachen andere Erkrankungen einen erhöhten Blutdruckwert, gelegentlich kann der Druck in den Blutgefäßen auch während einer Schwangerschaft zu hoch sein oder als Nebenwirkung verschiedener Medikamente auftreten.

Der Blutdruck wird allerdings nicht nur von den Aktivitäten des Herzens beeinflusst. Denn auch die großen Schlagadern in der Nähe des Herzens sowie die kleineren Schlagadern in den Organen können den Druck beeinflussen. Bei einem gesunden Menschen wird der Blutdruck durch eine erhöhte Leistung des Herzens oder einer Weiter- oder Engerstellung der sogenannten Widerstandsgefäße – dabei handelt es sich um die genannten Schlagadern – beeinflusst, sofern das erforderlich ist, beispielsweise bei sportlicher Betätigung.

Es ist also völlig normal, dass der Blutdruckwert gewissen Schwankungen unterworfen ist. Selbst wenn sich die Betroffenen nicht sonderlich körperlich anstrengen, ist der Wert des Blutdrucks auch während des Tages unterschiedlich. Der Unterschied zwischen Menschen, die einen normalen Druck in den Blutgefäßen haben und jenen, deren Druck erhöht ist, wird bei einem Vergleich der durchschnittlichen Tageswerte ersichtlich.

Wenn die Elastizität der Arterien nachlässt – hiervon sind vorwiegend ältere Menschen betroffen – oder bei einer Arteriensklerose, also einer Verkalkung der Adern, geht die Tendenz dahin, dass der systolische Druck deutlicher ansteigt, während der diastolische Druck niedrig bleibt oder sogar sinkt. Sie können also tendenziell eine isolierte systolische Hypertonie entwickeln. In den meisten Fällen entwickelt sich jedoch mit zunehmendem Alter ein klassischer Bluthochdruck, bei dem sowohl systolischer als auch diastolischer Druck höhere Werte aufweisen.

Wie viele Menschen sind von Bluthochdruck betroffen?

Etwa ein Drittel aller erwachsenen Menschen im Alter von 18 bis 79 Jahren leidet unter Bluthochdruck, so das Robert-Koch-Institut. Diese Personen haben also einen Blutdruckwert von mehr als 140/90 mmHg. Allerdings liegt auch bei 60 Prozent der eigentlich blutdruckgesunden Menschen der Blutdruck nicht mehr in einem optimalen Bereich oder sogar schon nahe an der Grenze zum Hochdruck. Bei diesen besteht zwar kein akuter Handlungsbedarf, jedoch empfehlen Gesundheitsexperten dringend, zu beobachten, wie sich der Wert des Blutdrucks entwickelt.

Besonders betroffen sind übrigens ältere Menschen. So wird in der Altersgruppe zwischen 70 und 79 Prozent bei rund 75 Prozent der Menschen die Diagnose Bluthochdruck gestellt. Doch auch Jugend schützt nicht vor zu hohem Druck in den Blutgefäßen. Denn wie Kinder- und Jugendärzte festgestellt haben, leiden sogar fünf Prozent aller Kinder in Deutschland unter diesem Problem. Und bei Jugendlichen sieht die Situation nicht besser aus. Wie eine KiGGS-Studie ergeben hat, weisen 52,5 Prozent der Jungen in einem Alter von 14 bis 17 Jahren Werte auf, die über dem Optimalbereich liegen. Bei Mädchen liegt der Anteil bei 26,2 Prozent.

Wodurch entsteht eine Hypertonie?

Zum Entstehen einer primären Hypertonie tragen eine Vielzahl von Faktoren bei. Dazu gehören natürlich die bekannten und konkreten Risikofaktoren wie ein Mangel an Bewegung, Übergewicht und Rauchen. Allerdings ist nicht jeder Mensch, der diese Risikofaktoren aufweist, gleichermaßen von zu hohem Druck in den Blutgefäßen betroffen. Während so mancher schon in jungen Jahren erhöhte Werte aufweist, haben andere über Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg keinerlei Probleme. Warum diese Entwicklung so unterschiedlich verläuft, ist noch nicht geklärt.

Mediziner vermuten deshalb einen erheblichen Einfluss der Gene auf das Risiko an Bluthochdruck zu erkranken. Ein Indiz für das eigene Risiko besteht nämlich darin, wie viele nahe Verwandte unter zu hohem Druck in den Blutgefäßen leiden oder sogar einen Schlaganfall erlitten haben. Aber auch verschiedene Wechselwirkungen zwischen den Genen und dem eigenen Lebensstil oder Umwelteinflüssen können dazu beitragen, dass das Problem auftritt. Das zeigt sich etwa bei einem erhöhten Verzehr von Kochsalz, was zumindest teilweise ebenfalls zu den Risikofaktoren zählt. Denn bei vielen Betroffenen, die ihren Kochsalzverbrauch einschränken, zeigt sich bald, dass die Druckwerte sinken. Betroffen von einem erhöhten Druck sind in erster Linie salzempfindliche Menschen. Und nicht selten ist der erhöhte Druck das einzige Problem, unter dem sie leiden. Wird nichts dagegen unternommen, sind weitere Folgeschäden im Herz-Kreislauf-System möglich. Ein häufigerer Verzicht auf Kochsalz senkt die Werte bei Personen, die unter zu hohem Druck leiden, deutlich stärker als bei Menschen, deren Werte im Optimalbereich liegen. Wie salzempfindlich ein Mensch tatsächlich ist, lässt sich allerdings noch nicht feststellen – die Betroffenen können das also nur selbst ausprobieren.

Die Risikofaktoren

Rauchen ist nicht nur in vielerlei Hinsicht gesundheitsschädlich, sondern bewirkt zudem eine nachhaltige Schädigung der Blutgefäße. Ebenfalls kritisch für den Druck in den Blutgefäßen ist ein ständiger, zu hoher Alkoholkonsum. Grundsätzlich gilt: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Betroffener eines Tages unter Bluthochdruck leidet, ist umso höher, je mehr Risikofaktoren zusammenkommen.

Damit ein zu hoher Druck in den Blutgefäßen überhaupt entstehen kann, greifen mehrere Faktoren ineinander. Eine wichtige Rolle spielt der Sympathikusnerv, also das sympathische Nervensystem an sich, das Renin-Angiotensin-System, der körpereigene Wasser- und Salzhaushalt, die Nieren und Nebennieren, in denen unter anderem Aldosteron, ein blutdruckwirksames Hormon, gebildet wird, sowie die Blutgefäße – hier in erster Linie die großen und elastischen Leitungsschlagadern.

Die wichtigsten Regulatoren des Drucks in den Blutgefäßen sind dabei das sympathische Nervensystem sowie das Renin-Angiotensin-System. Eine wesentliche Funktion im Nervensystem kommt dabei den beiden Neurohormonen Adrenalin und Noradrenalin zu. Vor allem Laien ist das Renin-Angiotensin-System weniger bekannt. Jedoch gibt es zahlreiche Wechselwirkungen zwischen diesen beiden Systemen. So gehört Stress beispielsweise zu den Auslösefaktoren, die zu einer Überaktivität des sympathischen Nervensystems führen. Dann geht der Körper des Betroffenen ganz automatisch in den Verteidigungs- oder in den Angriffsmodus über. Das bedeutet: Der Herzschlag beschleunigt sich, während zugleich der Blutdruck ansteigt. Zugleich steigern die Nieren die Produktion des Enzyms Renin, was dazu führt, dass im Körper auch mehr Angiotensin gebildet wird. Dabei handelt es sich um ein blutdrucksteigerndes Hormon, das auf mehrere Arten für einen erhöhten Druck sorgen kann. Unter anderem werden nun von den Nebennieren verstärkt kreislaufwirksame Hormone, etwa Aldosteron ausgeschüttet.

Der Wasser- und Salzhaushalt des Körpers spielt aus folgendem Grund eine Rolle: Sowohl ein Mangel an Flüssigkeit als auch ein Ungleichgewicht der Mineralsalze Natrium und Kalium können bewirken, dass Aldosteron ausgeschüttet wird, was zum Anstieg des Drucks in den Blutgefäßen führt.

Geregelt wird der Druck zudem durch die Elastizität der Blutgefäße, insbesondere der großen Schlagadern. Das heißt: Wie gut oder wie schlecht sie sich an veränderte Druckverhältnisse anpassen können, wirkt sich unmittelbar auf den Druck aus. Zu guter Letzt spannen sich die sogenannten Widerstandsgefäße – dabei handelt es sich um kleine Schlagadern – stärker an. Sie verengen sich, wodurch es zu einem höheren Gefäßwiderstand kommt.

So wird die Hypertonie diagnostiziert

Damit der Bluthochdruck erst gar nicht zu einem gravierenden Problem für die Betroffenen werden kann, sollten die Werte ab einem Alter von Mitte Dreißig regelmäßig kontrolliert werden. Mit dem entsprechenden Gerät kann im Grunde jede Person Selbsttests durchführen. Werden nur gelegentlich erhöhte Werte gemessen, muss das noch lange kein Warnzeichen sein, trotzdem sollten die Betroffenen sicherheitshalber mit ihrem Arzt darüber sprechen. Bleiben die Werte bei den Selbsttests hingegen über einen längeren Zeitraum auf einem erhöhten Niveau, ist das durchaus ein ernstzunehmendes Warnzeichen. Liegen in der Familie Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor, sollte die regelmäßige Kontrolle durchaus bereits zu einem früheren Zeitpunkt erfolgen. Dadurch lässt sich das Problem frühzeitig erkennen, ehe die ersten gravierenderen Symptome auftreten.

Eine Alternative zu Selbsttests ist die Herz-Kreislauf-Vorsorgeuntersuchung, die Personen ab 35 Jahren in einem zweijährigen Turnus von den Krankenkassen kostenlos angeboten wird. Werden bei den Messungen oder im Rahmen der Untersuchung erhöhte Werte festgestellt, geht der Arzt zunächst der Frage nach, ob tatsächlich eine Hypertonie vorliegt. Diese Diagnose lässt sich allerdings sehr schnell stellen. Sofern ein Verdacht besteht, dass eine sekundäre Hypertonie oder andere Folgekrankheiten vorliegen, sind weitere Untersuchungen erforderlich.

Diese Schritte unternimmt der Arzt im Rahmen der Diagnose

Zunächst kontrolliert der Arzt die bisherigen Messungen und sieht sich die individuelle Krankengeschichte des Patienten sowie seiner Familie näher an. Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung, wobei auch der Blutdruck an beiden Armen gemessen wird. Eine labormedizinische Untersuchung von Blut und Urin sowie ein Elektrokardiogramm (EKG) rundet die Untersuchung ab. Falls erforderlich, wird darüber hinaus zusätzlich eine Langzeit-Blutdruckmessung durchgeführt.

Die individuelle und familiäre Krankengeschichte ist insofern wichtig, als sich dadurch erkennen lässt, ob der Patient eine Tendenz dazu hat, eine Hypertonie zu entwickeln. Wichtige Indikatoren sind beispielsweise Schlaganfälle oder Herzinfarkte bei anderen Familienmitgliedern. Um anschließend die richtige Behandlung zu wählen, muss der Patient den Arzt außerdem darüber informieren, welche Medikamente er einnimmt.

Die körperliche Untersuchung umfasst unter anderem das Abhören von Herz und Lunge mittels eines Stethoskops, eine Blutdruckmessung sowie eine Pulstastung. Auch Körpergröße, Gewicht und Bauchumfang des Patienten werden bei dieser Gelegenheit überprüft. Die Blutdruckmessung erfolgt beim Arzt übrigens wesentlich gründlicher als zu Hause oder beispielsweise in einer Apotheke. Weil eine einzelne Messung nicht ausreicht, um eine aussagekräftige Diagnose zu treffen, wird der Druck nach einer mehrminütigen Pause zweimal nacheinander gemessen. Die Messung erfolgt an beiden Oberarmen knapp über der Armbeuge, während der Patient in ruhiger Position sitzt. Sofern der Patient in einem fortgeschrittenen Alter ist oder zudem unter Diabetes leidet, erfolgt unter Umständen eine weitere Messung im Stehen. Zusätzlich wird oft eine weitere Messung an den Fußknöcheln durchgeführt, während der Patient liegt. Sofern sich keine Besonderheiten feststellen lassen, reicht bei den anschließenden Verlaufskontrollen die Messung am Oberarm durchaus aus.

Bluthochdruck: Welche Symptome treten auf?

Vor allem Frauen laufen Gefahr, dass sie die ersten Warnzeichen, die auf eine Hypertonie schließen lassen, nicht wahrnehmen oder auf andere Ursachen schieben. Der Grund: Zu den ersten Warnzeichen gehören verschiedene Symptome wie Nervosität, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, Konzentrationsprobleme und ein Nachlassen der Leistungsfähigkeit. Weil die ersten Warnzeichen etwa in der Lebensmitte auftreten, denken viele betroffene Frauen oft, dass diese Symptome eine Folge der hormonellen Umstellung, die durch die Wechseljahre hervorgerufen wird, sein könnten.

Des Weiteren können Beschwerden auftreten, die den Betroffenen bislang unbekannt waren. Dazu gehören Symptome wie Herzrhythmusstörungen, starkes Herzklopfen, Luftnot bei körperlicher Belastung oder eine „nervöse Atemlosigkeit“. Diese Symptome müssen sowohl bei Männern als auch bei Frauen zwingend durch einen Arzt abgeklärt werden.

Ein weit verbreiteter Vorbote ist sogenanntes Ohrensausen. Patienten, die unter Ohrensausen leiden, vernehmen in den Ohren ein undefinierbares Rauschen, das sich keiner Geräuschquelle zuordnen lässt. Wer Ohrensausen verspürt, sollte in jedem Fall dringend zum Arzt gehen. Der Grund: Ohrensausen kann ein Warnzeichen für andere Erkrankungen wie einen Hörsturz, Arzneimittelunverträglichkeiten, Tubenfunktionsstörungen, Gefäßmissbildungen oder eben auch Bluthochdruck sein.

Doch auch wenn das Ohrensausen kein Warnzeichen oder Hinweis für eine andere Erkrankung ist, muss es in jedem Fall behandelt werden, ehe sich die Symptome verschlimmern. Der Grund: Wird das Sausen in den Ohren nicht behandelt, kann es zu massiven psychischen Beschwerden wie Schlafstörungen, Depressionen oder Angstzuständen führen. Im schlimmsten Fall können die Betroffenen sogar arbeitsunfähig werden, wenn sich die Symptome entsprechend verschlimmern.

Grundsätzlich wird das Ohrensausen von Medizinern in zwei Phasen unterteilt: Das akute Ohrensausen tritt nur über einen relativ kurzfristigen Zeitraum auf und legt sich nach bis zu drei Monaten von selbst wieder. Das chronische Ohrensausen hingegen dauert über einen längeren Zeitraum an. Während der akuten Phase kommt es nicht selten vor, dass sich die Symptome spontan deutlich verbessern oder das Ohrensausen sogar komplett wieder verschwindet. Betroffene sollten das Ohrensausen allerdings nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern dieses Problem als Warnzeichen verstehen, um schnellstmöglich einen Arzt aufzusuchen - und sei es nur, um andere gesundheitliche Probleme, etwa mit dem Herz-Kreislauf-System ausschließen zu können.

Vorboten erkannt – doch wie wird eine Hypertonie behandelt?

Patienten, die unter einem zu hohen Druck in den Blutgefäßen leiden, können sehr gut behandelt werden, sofern die Warnzeichen rechtzeitig erkannt werden und der Arzt rasch eine Diagnose stellen kann. So stehen zur Behandlung längst bewährte Medikamente zur Verfügung, durch die sich der Druck in den Gefäßen relativ rasch und zuverlässig senken lässt. Ein unverzichtbares Element besteht in der Therapie darin, dass gegebenenfalls auch die Grunderkrankung, die zu einem zu hohen Druck geführt hat, mit behandelt wird. Des Weiteren sollten die Patienten ihr aktuelles Problem als Warnzeichen verstehen, um ihre Lebensgewohnheiten kritisch zu hinterfragen und zu ändern. Ergänzend zur medizinischen Therapie sollten sie deshalb künftig eine „gefäßfreundliche“ Lebensweise führen.

Die Verordnung von Medikamenten ist nicht in jedem Fall zwingend notwendig. Oft reicht es allein schon aus, wenn die Betroffenen die Diagnose Bluthochdruck als Warnzeichen verstehen, künftig mehr auf ihre Gesundheit zu achten und in ihrem Alltag eine gesündere Lebensweise umsetzen. Das gilt zumindest, sofern sich die gemessenen Werte nicht in einem zu hohen Bereich befinden. In diesem Fall verordnet der Arzt meist erst dann Medikamente, wenn es die Patienten aus irgendwelchen Gründen nicht schaffen, ihre Lebensweise umzustellen oder wenn sich die Werte innerhalb einiger Monate nicht deutlich gebessert haben.

Stellt der Arzt hingegen bei der Untersuchung fest, dass die gemessenen Druckwerte sehr hoch sind, wird er direkt einen Blutdrucksenker verordnen. Das ist ebenso der Fall, wenn beim Patienten zusätzliche Risikofaktoren für Herz und Kreislauf vorliegen. Leiden die Patienten beispielsweise unter Diabetes, ist es dringend notwendig, den Blutdruck rasch wieder in den Normbereich zu bringen und ihn auch dort zu halten. Selbstverständlich müssen Arzt und Patient aber auch bezüglich der Risikofaktoren gegensteuern, bei Diabetespatienten müssen also parallel dazu auch die Blutzuckerwerte gesenkt werden.

Sofern bereits Organschäden, die auf den Hochdruck zurückzuführen sind, eingetreten sind, ist natürlich darüber hinaus eine umfassendere Behandlung nötig. Geschädigt werden können durch den Hochdruck insbesondere Herz und Nieren, unter Umständen hat sich aber auch bereits eine Erkrankung der Herzgefäße entwickelt.

Zur medikamentösen Behandlung des Hochdrucks steht eine breite Palette an Blutdrucksenkern zur Verfügung, die jeweils anders auf den Körper einwirken. Dadurch hat der Arzt die Möglichkeit, die besten Medikamente für den individuellen Fall auszuwählen – denn teilweise können die Präparate auch kombiniert verordnet und eingenommen werden. Neben Betablockern hat der Arzt außerdem die Wahl zwischen Diuretika, AT-1-Rezeptor-Antagonisten, ACE-Hemmern sowie Kalziumantagonisten. Sollte der Patient die Mittel nicht vertragen oder falls sie nicht die gewünschte Wirkung zeigen, stehen zudem noch weitere ältere Präparate als Reserve zur Verfügung, diese werden normalerweise allerdings nicht mehr verschrieben.

Als Faustregel für die Einnahme der Medikamente gilt, dass diese zu Beginn der Aktivphase, also morgens nach dem Aufstehen, eingenommen werden sollten. Meist kommen die Patienten auch hervorragend damit zurecht, die Medikamente morgens einzunehmen. Gelegentlich ist es allerdings notwendig, eines der Präparate oder ein zusätzliches abends einzunehmen. Das ist sinnvoll, wenn der Blutdruck auch nachts oder über den ganzen Tag hinweg besser in den Griff bekommen werden soll. Nicht empfehlenswert ist die abendliche Einnahme allerdings, wenn die Druckwerte der Patienten abends oder nachts auf einem zu tiefen Stand sind. Die entsprechenden Empfehlungen gibt der Arzt aber im Zuge der Verordnung.

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